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Der Klosterhof Dadenborn

 

Zur Jahreswende 1146/1147 versprach der Edelfreie Godebold III. von Weierbach an einem Kreuzzug in das Heilige Land teilzunehmen. Da er dieses Versprechen nicht hielt, schenkte er zur Sühne sein Eigengut an Bernhard von Clairvaux, der es an das Zisterzienserkloster Eberbach im Rheingau weitergab. Aus diesem Besitz ging, um weitere Schenkungen ergänzt, dann der Klosterhof Dadenborn hervor, wie im Güterverzeichnis "Oculus Memoriae" des Klosters Eberbach beschrieben. 1219 bestätigte Bischof Konrad von Speyer die Zehntfreiheit des Klosterhofes Dadenborn.

Der Name Dadenborn wurde von Professor Konrad Eckes als Dados Brunnen gedeutet.
Der größte Teil des zum Klosterhof gehörigen Geländes bestand aus Waldgelände, das von den Mönchen, Laienbrüdern und den abhängigen Leuten gerodet werden musste. Darauf nimmt auch das Wappen von Münchwald Bezug.

In einer Urkunde von 1369 wurde der Klosterhof nochmals erwähnt. Nach einer, von dem Gericht zu Spabrücken ausgestellten Urkunde, wurde der Hof, den das Kloster Eberbach an den Junker Ulrich von Leyen verpachtet hatte, zwischen 1420 und 1476 verlassen.

Am 27.3.1531 verkaufte das Kloster Eberbach den Kämmerern von Worms, genannt von Dalberg, seinen Wald bei Spabrücken vor dem Soon, genannt Dadenborn, mit allem Zubehör für 1150 Gulden schlechten Geldes Mainzer Währung, 24 Albus für den Gulden gerechnet.

Wo lag nun der Klosterhof Dadenborn?

Über die Lage des Klosterhofes machte Jakob Leister in einem von dem Amtmann Fabert (?) 1764 in Trabach aufgenommenen Protokoll folgende Angaben: "der Distrikt ...nenne sich ... Münchwald weilen die München (= Mönche) ohnedessen daselbsten gewohnt und ihr Haus in der Gegend ohnweith dem Brunnen gehabt, wo jetzo der Meister (=Wasenmeister Roth - heute Haus Fetsch) wohne, etwa einen Steinwurf davon, und seye männiglich bekannt, da man noch die Fundamenter und Stein davon ausgegraben. Dieses Haus wäre endlich ganz verfallen und der ganze Umfang der Sage nach an den Herren von Dalberg gekommen...."

Auf die Frage, ob denn nichts mehr von dem alten Münchwald stünde, antwortete Jakob Leister, "Ja, an dem Steinenberg und Eisenhütte zu stünde noch etwas, aber zumalen ausgehauen".

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Münchwald unter Dalbergischer Herrschaft

Im Jahr 1700 erlaubte die Reichsherrschaft Dalberg dem Schmied Mathes Hauprich von Spabrücken und dem Jost Klein aus Lingerhahn auf dem Münchwald 2 Hofgüter anzulegen. Sie durften im sogenannten "Wald" 60 Morgen, die ihnen vom Jäger und vom Schultheißen von Spabrücken und durch den Feldmesser ausgemessen wurden, roden und zu Äckern machen. Außerdem sollten sie die Phuhlwiese, die Molkenborner Wiese und die Hofackerwiese zu ordentlichen Wiesen machen.

Zum Bau der Häuser, Höfe, Scheuern und Ställen wurden ihnen Plätze auf dem Rech angewiesen. Die Gebäude sollten "ordentlich und in einer geraden Linie" angelegt werden, was ja heute in der Dorfstraße noch zu erkennen ist.

Auch dem Schwikert Hermann aus Lingerhahn wurde ein Hofgut von 30 Morgen Acker nebst dazugehörigen Wiesen auf dem Münchwald zugesagt. Auch er sollte sein Haus auf dem Rech in einer Linie bauen. Für das zugewiesene Land mussten die Siedler nach 9 Freiheitsjahren eine jährliche Pacht zahlen.

1701 wurde auch dem Leonhard Hessel und dem Johann Freysem erlaubt, sich in Münchwald bei den drei anderen Hofleuten niederzulassen, worauf ihnen Land zugewiesen wurde, das sie roden durften.

1723 waren die Familien Hermann Leister, Cornelius Bartholome, Anton Hessel, Franz Bauer und Philipp Klein in Münchwald ansässig.

Bei der Renovation 1764 zu der auch eine Karte angefertigt wurde (eine Kopie befindet sich im Gemeindearchiv), betrug der Grundbesitz an Hoffläche, Garten, Ackerland und Wiesen der einzelnen Erbbeständer:

Thomas Melsheimer

32 1/2 Morgen, 25 1/5 Ruten

Oster Bartholome

33 3/4 Morgen, 37 1/5 Ruten

Johannes Pfälzer

37 3/4 Morgen, 15 1/5 Ruten

Philipp Klein

31 1/2 Morgen, 11 1/5 Ruten

Johannes Roth

25 1/2 Morgen, 37 Ruten

Georg Müller Witwe

32 1/2 Morgen, 23 1/5 Ruten

Dalenmühl

11 3/4 Morgen, 39 Ruten

sog. Müller Lipsen Mühl

4 1/4 Morgen, 19 Ruten

 

Noch heute kann man anhand dieser Karte und anderer Katasterkarten die Besitzer der damaligen Anwesen den jetzigen Wohnhäusern zuordnen:

Thomas Melsheimer

Reiterhof Hellenbrandt

Oster Bartholome

Familie Richard Wingenter

Johannes Pfälzer

Familie Arnold Huber

Philipp Klein

Familie Wagner

Johannes Roth

Familie Fetsch

Georg Müller

Familie Rumeney

 

1789 bot Friedrich Franz Karl, Kämmerer von Worms, Freiherr von und zu Dalberg, Kurfürstlich Mainzischer Geheimer Rat, in seiner Eigenschaft als Administrator für seinen Vetter Karl Alexander, dem der Münchwald samt Höfen und dazugehörigen Leuten zusteht, dem Haus Baden Münchwald zum Kauf an. Ein Grund, für den Verkauf war vermutlich das beiderseitige Interesse, die immer wieder auftretenden Streitigkeiten über die Rechte in Münchwald zu beenden. Auf jeden Fall wurde am 30.10.1789 der Kaufvertrag zwischen Friedrich Franz Karl, Kämmerer von Worms, Freiherr von und zu Dalberg und Markgraf Karl Friedrich von Baden über den Verkauf des Münchwald zum Preis von 16 000 Gulden abgeschlossen.

Am 29. März 1790 trafen sich Vertreter des badischen Amts Winterburg und des dalbergischen Amts Wallhausen im Haus des Wasenmeisters Roth in Münchwald zur Umsetzung des Kaufvertrages.

Am 30. März 1790 mussten die Einwohner der Münchwälder Höfe, nämlich, Johannes Müller, Philipp Klein, Thomas Pfälzer, Wilhelm Bartholome, Peter Tullius, Adam und Andreas Roth, die Söhne des verstorbenen Johannes Roth, Johannes Pfälzer, Konrad Pfälzer und Peter Müller in Winterburg erscheinen und dem Markgrafen von Baden huldigen.

Die Markgrafschaft Baden war nicht lange im Besitz von Münchwald, denn schon in den 1790er Jahren wurde das linke Rheinufer durch Revolutionstruppen besetzt und dem französischen Staat eingegliedert.

Während der französischen Verwaltung unserer Region, das genaue Datum lässt sich leider nicht feststellen, vermutlich ab 1804/5, gehörte Münchwald zur Gemeinde Spall, zumindest wurden die Verwaltungsausgaben von Münchwald von der Gemeinde Spall mitgetragen.

Ab 1822 drang die Gemeinde Spall auf die Trennung des Kommunalverbandes, mit der Begründung, dass Münchwald sowieso durch Grenzsteine von Spall getrennt ist und bei einer länger andauernden Verbindung mit Spall die Münchwälder sich für berechtigt halten könnten, auch Späller Gemeindenutzungen in Anspruch zu nehmen.

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Die Wasenmeisterfamilien Dittenburger, Litter und Roth

Der Wasenmeister Heinrich Dittenburger (auch Dillenburger) wurde 1705 von der gemeinsamen Sponheimischen Regierung von Spall nach Münchwald geschickt, um die Sponheimischen Rechte in Münchwald zu wahren. Ihm wurde eine Hütte der Dalberger Untertanen zugewiesen, die infolge der Auseinandersetzungen zwischen den Einwohnern des Amtes Winterburg und den Münchwäldern leer stand. Er sollte sich genauso viel Ackerland urbar machen, wie auch die Dalberger Untertanen gerodet hatten. Heinrich Dittenburger starb aber schon 1707. Seine Witwe Susanna (+ 28.8.1759), heiratete 1708 Lorenz Litter (+ 24.6.1758), ebenfalls ein Wasenmeister. Auch er wurde "von der Gemeinsherrschaft gezwungen, auf dem Münchwald zu bleiben, um den Dalbergischen Absichten so viel wie möglich entgegen zu setzen". Lorenz Litter hatte sich bis 1727 ein Haus gebaut und sein Gut endgültig eingerichtet. Anscheinend wurde der Wasenmeister im Lauf der Zeit auch von der Dalberger Herrschaft akzeptiert, denn am 15.3.1730 verlieh ihm Franz Eckenbert, Kämmerer von Worms und Freiherr von Dalberg "den Wasen" (d.h. Recht auf Ausübung des Abdeckereigewerbes) in der Herrschaft Dalberg, "so lang er lebt" und die Molkenborner Wiese, wofür er 10 Gulden an Martini an die Kellerei in Wallhausen abliefern musste. Auch von Sponheimischer Seite erhielt Lorenz Litter einen Erbbestandsbrief vom 25. Juni 1737.

Am 8.10.1737 heiratete dann der aus Wesel stammende Wasenmeister Johannes Roth, Anna Maria, die Tochter des Lorenz Litter und begründete die Familie Roth, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Münchwald ansässig war. Die Mitglieder der Familie Roth erlangten auch als "Knochenheiler" eine große Berühmtheit.

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Die Geschichte des Struthofs

Johann Adam Melsheimer, der Gründer des Hauses Struthof, wurde 1683 in Altendambach bei Schleusingen in Thüringen geboren. Die thüringischen Melsheimer entstammen einer alten, kurpfälzischen Försterfamilie, der im Jahre 1570 von Kurpfalz ein Wappen verliehen wurde, das man 1668 erneuerte und seit 1939 am Struthof angebracht hat. Es zeigt einen Jäger mit Windstrick und Jägerhorn im Wappenschild und die gleiche Figur als Helmzier.

Entsprechend der Familientradition, wählte J.A. Melsheimer zu seinem zukünftigen Beruf den eines Försters und Jägers. Auf dem kurpfälzischen Jägerhof Bruchhausen bei Heidelberg wurde er ausgebildet. Seine erste Stelle erhielt er im Odenwald. Danach kam er im Jahre 1719 als ausgebildeter und erfahrener Förster in das Oberamt Kreuznach in den Soon. Da er nicht aus dieser Gegend stammte, sondern aus Kurpfalz kam, nannte man ihn vermutlich "den Jäger aus Kurpfalz".

Im Jahre 1722 erwarb J.A. Melsheimer für 500 Gulden in der Strut eine Waldparzelle in der Größe von 75 preußischen Morgen und baute auf einen Teil davon seinen erbbestandenen Jäger- oder Försterhof.

Wie schon erwähnt, ist J.A. Melsheimer der Gründer des Struthofs, der früher auch Melsheimerhof, Jäger- oder Försterhof genannt wurde. Er hatte Sonderrechte, die er von der kurpfälzischen Hofkammer erhalten hatte und die auf die Nachkommen vererbt wurden. Dazu zählte das Recht, sein Amt an den Sohn zu übertragen, Brennholz aus dem Wald zu holen und Vieh im Wald weiden zu lassen. Achtunddreißig Jahre lebte J.A. Melsheimer im Soon, was heute noch auf einer Steintafel am Hause Wingenter Struthof 11 zu lesen ist:

Johann Adam Melsheimer
erbaute 1723 dieses Haus als
"Erbbestandenen Jäger- oder Försterhof',
der als solcher auch seinen Nachfahren bis ins 4. Glied diente:
Friedrich Konrad, Ägidius und Friedrich.
Der Erbauer war von 1719 bis 1757
kurpfälzischer reitender Förster im unteren Soon
und hieß nach Überlieferung und Forschung:
"Der Jäger aus Kurpfalz"
21.5.1939 Die Sippe Melsheimer

Nach dem Tode des J.A. Melsheimer, des Erbauers des Struthofes, trat sein Sohn Conrad Melsheimer das Erbe seines Vaters an. Er übernahm den Jägerhof und die Stelle seines Vaters.

Nachdem das Rheinland französisch geworden war, verlor Conrad Melsheimer im Jahre 1809 die Stelle als Erbförster und die damit verbundenen Rechte. Der Hof blieb aber im Besitz der Familie Melsheimer. Erbin des Hofes wurde die Tochter des Conrad Melsheimer, die den Sobernheimer Apotheker Friedrich Wilhelm Wandesleben heiratete. Sie lebte nicht auf dem Struthof. Am 27.5.1830 bot die Witwe Wandesleben ihren Struthof dem Fiskus zum Kauf an. Vermutlich verkaufte sie den Hof spätestens 1832 an Heinrich Faust. Um 1838 musste Heinrich Faust, vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen den Hof verlassen. Ihm folgte Philipp Mathias als Pächter, der 1840 einen Rechtsstreit gegen einen ungenannten Eigentümer führte und ebenfalls den Struthof wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgeben musste.

1840 erwarb Johann Wingenter den Struthof.

Johann Wingenter, geb. 1781 in Zemmer bei Trier, war zuvor von der Eifel zunächst nach Gebroth gezogen. Verheiratet war er mit Louisa, selbst geborene Wingenter aus dem Westerwald. Ihre Tochter Louise vermählte sich mit dem in Gebroth geborenen Johann Adam Knötgen, aus einer ebenfalls in Münchwald tätigen Töpferfamilie.

Die nachfolgenden Töpfergenerationen auf dem Struthof waren: 
Peter Ignatz Wingenter, geb. 1808 
Wilhelm Wingenter, geb. 1836 
Johann Wingenter, geb. 1877

Der Bruder von Johann Wingenter (geb.1877), Peter Wingenter, gründete in Münchwald um 1914 eine weitere Töpferei (heute Anwesen Dorfstraße 17).

Albert Wingenter sen., geb. 1922 u. Albert Wingenter jun., geb. 1953, der heute noch in diesem Hause die Töpferei in der 6. Generation betreibt.

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Die Gemeinde Münchwald von 1822-1945

1822 wurde die preußische Rheinprovinz geschaffen mit dem Sitz des Oberpräsidenten in Koblenz und den Bezirksregierungen Köln, Düsseldorf, Aachen, Koblenz und Trier.

Die Einrichtung der Mairien behielt man in den ehemals französischen Gebietsteilen als Bürgermeistereien bei. So gehörte Münchwald zur Bürgermeisterei Wallhausen im Kreis Kreuznach. Sie wurde von dem Bürgermeister verwaltet, die einzelnen Orte von dem Gemeindevorsteher geleitet. Diese Verwaltungsstruktur setzt sich bis zur heutigen Verbandsgemeinde fort.

Ab 1847 sind gemäß den Gemeinderatsprotokollen für die Gemeinde Münchwald folgende Vorsteher nachweisbar:

1847

Vorsteher Anton Wies

1855-1866

Vorsteher Josef Donsbach

1866

Vorsteher Philipp Eckes

1870-1887

Vorsteher Wilhelm Wies

1887-1912

Vorsteher Adam Eckes

1914/15

Gemeindevorsteher Tullius wurde zum Kriegsdienst einberufen, stellvertretender Gemeindevorsteher Klein

1919

Vorsteher Franz Tullius

1924-1932

Gemeindevorsteher Peter Wingenter (verst. 1932)

1932-1936

Vorsteher Tullius

In den folgenden Jahren, während des 2. Weltkrieges, gab es bis ins Jahr 1946 nur wenige Zusammenkünfte des Gemeinderates und bei den wenigen Sitzungen waren im Durchschnitt nur 2 bis 3 Mitglieder der Gemeindevertretung anwesend, da viele Männer zum Kriegsdienst einberufen waren.

Im 19. Jahrhundert siedelten sich weitere Familien in Münchwald an. So hatte Münchwald 1843   81 Einwohner, die in 12 Häusern lebten. Die Menschen verdienten ihren Lebensunterhalt vor allem durch die Landwirtschaft, aber auch als Waldarbeiter und als Tagelöhner auf der Gräfenbacher Hütte. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich auch die Töpferfamilien Knötgen in Münchwald und Wingenter auf dem Struthof an.

Die Gemeinderatsprotokolle und Akten aus dieser Zeit deuten immer wieder die ärmlichen Verhältnisse der Gemeinde und ihrer Bewohner an.

Bis zur Schließung der Gräfenbacher Hütte 1886/87 wurde die Schulstelle Münchwald-Gräfenbacher Hütte von einem Lehrer verwaltet, der morgens auf der Gräfenbacher Hütte und nachmittags in Münchwald unterrichtete. Der Unterricht in Münchwald fand in einem angemieteten Haus statt. 1888 konnte dann endlich auch das neue Schulgebäude bezogen werden, über dessen Bau schon seit den 1860er Jahren im Gemeinderat verhandelt wurde. 1927 wurde das Schulgebäude um den 2. Stock erweitert.

Ab 1879 wurden nach und nach auch die Ortsstraße ausgebaut. 1906 wurde die Gemeinde an das Telefonnetz angeschlossen, das erste Telefon stand vermutlich in der Gaststätte Roth. Über Strom verfügte die Gemeinde ab 1912.

Die Wasserversorgung der Gemeinde erfolgte durch Brunnen. 1906 fanden im Gemeinderat erstmals Beratungen über den Bau einer Wasserleitung statt. Der Bau der Wasserleitung wurde aber immer wieder wegen dem Mangel der finanziellen Mittel herausgeschoben, so dass die Wasserleitung erst 1930/31 gebaut werden konnte.

Über die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges in Münchwald liegen nur spärliche Quellen vor. Der Krieg war in Münchwald wohl vor allem durch die Einziehung der jungen Männer zum Kriegsdienst spürbar. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 wurde die Monarchie durch die Weimarer Republik, die erste demokratische Regierungsform in Deutschland, abgelöst.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten und die Schwäche der Weimarer Republik ermöglichten 1933 die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Die Gleichschaltung aller politischen und gesellschaftlichen Institutionen und die Durchdringung des Alltags mit nationalsozialistischem Gedankengut war auch in Münchwald spürbar. Ab 1939 wurden die Männer zum Kriegsdienst eingezogen, von denen viele gefallen sind.

Zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde 1959 das Ehrenmal in Münchwald in Eigenleistung errichtet.

Im Frühjahr 1945 wurde die Naheregion von amerikanischen Truppen besetzt, dann aber der französischen Zone zugeteilt. Auch in Münchwald waren amerikanische Soldaten stationiert, die unter anderem im Haus Christ auf dem Struthof einquartiert waren.

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Münchwald seit 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die öffentliche Verwaltung wieder aufgebaut. In Münchwald gab es seit 1946 folgende Ortsbürgermeister:

1946

Bürgermeister Johann Valerius

1949-1957

Bürgermeister Wilhelm Eckes (verst. 08.04.1957)

1957-1962

Bürgermeister Johann Knötgen

1962

Bürgermeister Johann Valerius

1964-1982

Bürgermeister Raimund Spang (verst. 05.04.1982)

1982-1999

Bürgermeister Johann Christ

1999-2009

Bürgermeister Joachim Paul

seit 2009

Bürgermeister Stephan Wagner

Anfang der 1950er Jahre gründete man unter Leitung des damaligen Lehrers Dr. Konrad Eckes einen Kapellenbauverein und erbaute in Eigenleistung die Kapelle St. Konrad, die nach ihrem Schutzpatron Konrad von Parzham genannt wurde. Die Einweihung konnte am 29. August 1954 gefeiert werden.

Im Jahr 1968 baute die Gemeinde, überwiegende in Eigenleistung, eine Leichenhalle auf dem Friedhof.

1950 übernahm die Gemeinde von der Wasserleitungsgenossenschaft Münchwald alle finanziellen Rückzahlungsverpflichtungen, die durch den Bau der Leitung 1930 eingegangen wurden. Die Wasserleitung ist somit im Besitz der Gemeinde. Ende 1960 erließ die Gemeindevertretung eine Satzung über den Anschluss an die öffentliche Wasserversorgungsanlage und über die Abgabe von Wasser (öffentliche Wasserversorgung). Die Beschaffung und Installierung von Wasseruhren wurde 1963 beschlossen und in Auftrag gegeben. Da die Gemeinde immer wieder mit Wassermangel zu kämpfen hatte, entschloss man sich zu einer Tiefbohrung. Diese war erfolgreich und die Wasserversorgungsanlage wurde 1967 durch den Neubau eines Hochbehälters verbessert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges setzte zunächst zögerlich ein Strukturwandel ein. Während noch viele Münchwälder in der Landwirtschaft ihre Lebensgrundlage hatten, fanden andere schon in Industriebetrieben in Bad Kreuznach ihr Einkommen.

Nach dem schon 1932/33 Adam Hart seine Fremdenpension "Soonwaldhaus" auf dem Struthof eröffnet hatte, entwickelte sich ab den 1960er Jahre der Fremdenverkehr in Münchwald zu einem wirtschaftlichen Faktor. Dazu kamen neben dem Töpferhandwerk weitere Handwerksbetriebe und besonders in den 1980er und 1990er Jahren weitere Dienstleistungsunternehmen. Gleichzeitig setzte ein Wandel zur Wohnsitzgemeinde ein. Heute fahren viele Einwohner von Münchwald bis ins Rhein-Main-Gebiet zur Arbeit. Der Strukturwandel brachte auch mit sich, dass es heute in Münchwald keine Lebensmittelgeschäft mehr gibt. Lebensmittelgeschäfte wurden nach dem Ersten Weltkrieg von Ottilie Tullius, dann ab 1920 von Friedrich Kessel, 1930 von Familie Lauterbach, dann von Familie Bamberger, ab 1968 bis 1979 von Familie Knötgen betrieben. Seither gibt es keine Geschäfte mehr in Münchwald.

Im Jahr 1966 wurde die Schule in Münchwald aufgelöst. Seitdem besuchen die Kinder die Grund- und Hauptschule in Wallhausen und weiterführende Schulen in Bad Kreuznach und Hargesheim.

Das Schulhaus stand ganz der Gemeinde zur Verfügung. Vorübergehend wurde der Schulsaal zu einer Wohnung umgebaut und ebenso, wie die Lehrerwohnung im Obergeschoss, vermietet. Nach dem Auszug der Mieter im Erdgeschoss 1992, baute die Gemeinde den ehemaligen Schulsaal zu einem Gemeinschaftsraum mit 55 Sitzplätzen um, der heute für gesellige Veranstaltungen und als Sitzungssaal genutzt wird. Für größere Veranstaltungen und für die Übungsstunden der Sportgemeinschaft steht schon seit 1979 die Hubertus-Halle, ein ehemaliger Schulpavillon der Alfred-Delp-Schule, Hargesheim, zur Verfügung.

Der zunehmenden Attraktivität Münchwalds als Wohnsitzgemeinde trug die Erschließung des Neubaugebiets Frauenwald 1969 Rechnung.

Im Jahr 1983 entstand ein weiteres Neubaugebiet "Münchheide". Es beginnt an der Soonwaldstraße und endet unterhalb vom Struthof; stellt also eine Querverbindung zwischen Münchwald und Struthof her.

Nachdem das Neubaugebiet Münchheide bis auf einige private Grundstücke bebaut ist, wurde 1999 die Erweiterung mit 9 Bauplätzen in östlicher Richtung "Münchheide II" beschlossen.

Von 1965-1970 nahm die Gemeinde immer wieder am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil und konnte 1970 sogar eine Goldplakette im Landesentscheid erringen.

Im Jahr 2000 feierte die Gemeinde Münchwald ihren 300. Geburtstag.

Der 1970 angelegte Spielplatz wurde im Lauf der Jahre um neue Spielgeräte erweitert und in Stand gehalten. Im Jahr 2001 wurde auf Initiative der Kinder- und Jugendkommission ein Mehrzweckspielfeld angelegt.

Soweit nun der kurze Blick in die ältere und jüngere Geschichte von Münchwald.

Weit ausführlichere Angaben zur Dorfgeschichte von Münchwald finden Sie in der Veröffentlichung "Wissenswertes aus der Dorfgeschichte", die die Ortsgemeinde Münchwald anlässlich der 300-Jahr-Feier herausgegeben hat und die bei dem Ortsbürgermeister erhältlich ist. Alle Angaben zu diesem Artikel sind ebenfalls dieser Veröffentlichung entnommen.

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